paPPa.com-Rezensionen
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Links: Rezension bei Fathermove / Rezension Justizwaisen 6/97
Passage in SPIEGEL-Titelgeschichte v. 17.11.1997 / Leseprobe: "An meine Tochter Melanie"
Das soeben in Originalausgabe bei dtv erschienene Werk kommt einer Sensation gleich. Denn hier ergreift eine Frau gegen ihre Geschlechtsgenossinnen in bisher nie öffentlich gehörter oder gelesener Form Partei für Väter und Kinder. Die Autorin betont sogleich in der Einleitung, daß es kein "frauenfeindliches Anti-Emanzipations-Buch" sei, denn
"eine Frau, die einen Mann, den sie einmal geheiratet hat, mit einer Scheidung und im Anschluß daran in jeder nur möglichen Weise ausbeutet und als Vater gemeinsamer Kinder voll böser Absichten und schadenfroher Rachsucht zum "Habenichts" herabwürdigt, indem sie permanent auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist und ohne Rücksicht selbst die Gefühle ihrer Kinder mit Füßen tritt, ist nicht emanzipiert, sondern hemmungslos egoistisch" (S. 10).
Der Inhalt des mit zahlreichen Beispielen aus der aktuellen deutschen Scheidungsscene angefüllten Buches läßt sich am besten mit Zitaten wiedergeben:
Das vorliegende Buch ist nicht nur eine Anklage gegen nicht wenige Frauen und Mütter, sondern vielmehr auch eine scharfe Kritik an der von Gesetzgebung, Rechtsprechung und nicht zuletzt Anwaltschaft unterstützten Gesamtsituation, wie sie sich für immer mehr Menschen in Deutschland darstellt. Entsprechend stellt die Autorin in Kapitelüberschriften die Ehrerechtsreform von 1977 als "menschenfeindlich und gesellschaftszersetzend" in Frage und die Gesetzesnovelle von 1996 (gemeint ist der Regierungsentwurf zum Kindschaftsrechtsreformgesetz) als "vertane Chance (?)".
Der leidenschaftlich vorgetragene Text wird immer wieder durch ausgewählte Fallbeispiele aufgelockert, in denen sich die jeweils von Trennung und Scheidung betroffenen Kinder selbst äußern. So unterstreichen auch diese mit oftmals herzzerreissenden Aussagen das engagierte Plädoyer der Autorin für kindergerechtere Sorgerechtsregelungen.
Der Leser sei im vorhinein gewarnt: einmal begonnen, wird er dieses Buch in einem Stück zu Ende lesen. Eine erste, auf dem Umschlag genannte Rezensentin, bezeichnete es zu Recht als "schockierenden Sozialreport". Wir meinen, dass alle Menschen, die sich verpflichtet haben, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, dieses Buch zu lesen hätten, bevor sie daran gehen, diesen Rechtsbereich zu reformieren.
Die Rezension wurde paPPa.com von "Väter für Kinder e.V." zur Verfügung gestellt.
V.i.S.d.P. Prof. Dr. M. Reeken
Der Secondhand-Mann
Scheiden tut weh! Karin Jäckels provozierender
Blick auf die Trennungsopfer zweiter Klasse: Ex-Ehemänner und unverheiratete
Väter
Auf die Anstrengungen von Gesetzgeber und Familiengerichten, gescheiterte Beziehungen sozial neu zu ordnen, paßt derzeit eigentlich nur Gottfied Benns bitterer Spruch "Das Gegenteil von gut gemacht ist: gut gemeint". Vor der Reform des Eherechts von 1977 drohte vielen Frauen nach einer Scheidung der Gang zum Sozialamt; heute werden geschiedene Väter ausgenommen bis zur Armutsgrenze. Außerdem können Erzeuger nichtehelicher und auch ehelicher Kinder damit rechnen, per Dekret zu Besuchspapas degradiert zu werden, die um eine Ration Kontakt zum eigenen Sprößling betteln müssen.
Jaja, ich weiß, welche Argumente jetzt kommen. Die schrecklichen, weil leider alltäglichen Geschichten vom Horror in kaputten Familien habe ich auch alle gehört und gelesen. Ich weiß, es gibt eine Menge Kerle, die die Bezeichnung "Vater" nicht verdienen. Taugenichtse, die sich ihrer Verantwortung für den gemeinsamen Nachwuchs entziehen wollen. Oder gewalttätige Versager, die schon während der Beziehung und erst recht danach durchdrehen, die Frau terrorisieren, den Söhnen und Töchtern seelischen und körperlichen Schaden zufügen. Natürlich ist es in solchen Fällen gut und richtig, wenn die Gemeinschaft, der Staat, diese Typen dazu zwingt, wenigstens ihren Beitrag als "Ernährer" zu leisten - und ihnen bei erwiesener Untauglichkeit sogar das "Umgangsrecht" mit den eigenen Kindern entzieht. Aber da sind auch die anderen: Männer, die nach einer gescheiterten Ehe mit oder ohne Trauschein der Willkür einer rachsüchtigen oder geldgierigen Ex ausgeliefert sind. Und es ist eben auch gut und richtig, daß sich jemand einmal ihre Situation genauer anschaut.
Karin Jäckels Sozialreport trägt den programmatischen Titel "Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt - Väter nach der Trennung". Diese Sammlung authentischer Berichte von Scheidungsopfern hat mich, ehrlich gesagt, schockiert. Weil ich die "andere Seite" noch nie so recht bedacht hatte; seltsamerweise gab´s darüber auch nicht so viel zu hören und zu lesen ...
Zum Beispiel Frank (40): "Mein Sohn wollte bei mir bleiben, zumal er sich mit dem neuen Freund seiner Mutter nicht verstand, der täglich ins Haus kam und nur wegen meiner Unterhaltszahlung nicht mit ihr zusammenlebte. Aber was sollten wir machen? ... Meine Ex-Frau hat mit Hilfe ihrer wirklich cleveren Anwältin durchgesetzt, daß ich mich den Kindern bei Androhung von Strafe nicht mehr nähern darf ... Mit anderen Worten, ich bin in ihrem Leben ausradiert. Ich bin für sie tot ... Als Ex-Vater ist man heutzutage nun mal der letzte Idiot und bloß noch dazu da, daß die Kohle stimmt. Und wenn du ein Kind bist, hast du sowieso keine Chance, etwas gegen Erwachsene auszurichten."
Dazu die Ex-Gattin Anke (32): "Wenn eine Frau nicht guckt, daß sie zu etwas kommt, schafft sie es doch nie. Oder glauben sie, daß Frank mir einen Pfennig mehr zukommen lassen würde, als er muß? Also muß ich mir schon selbst helfen. Und deshalb habe ich keine Probleme, wenn ich Frank abzocke, wo ich bloß kann." Und der 9-jährige Thorsten, verstört von dem Scheidungskrieg zwischen seinen Eltern: "Ich finde Liebe total blöd. Zuerst küßt man sich und grabscht sich überall ab und macht Kinder und so. Und wenn man dann fertig ist, küßt man eine andere und macht dann mit der munter weiter. Also, ich finde die Sitte total blöde."
Der Kleine bringt es auf den Punkt - über die psychischen Folgen der grassierenden Scheidungswut für die Kinder braucht man nicht lange zu spekulieren. [Hinweis durch paPPa.com: Siehe hierzu u.a. Studie von Napp-Peters, Familie nach Scheidung] Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Die finanziellen Folgen für die Männer: Sie werden, wenn sie eine neue feste Beziehung eingehen wollen, zum Partner zweiter Wahl, ruiniert durch die Hypothek Ex-Familie. Die gesellschaftlichen Folgen sind noch nicht abzusehen; im besten Fall muß man "nur" großes organisatorisches Geschick und die Fähigkeit zum seelischen Spagat mitbringen angesichts der "neuen Übersichtlichkeit" in der Zweit-Familie.
Die Reform von 1977 sollte vor allem die traditionell schwächere Stellung der Ehefrau und Mutter stärken - ein löbliches Vorhaben. Doch auch die Einschränkung der Unterhaltspflicht bei "grob ehewidrigem Verhalten", die 1986 sozusagen als Notbremse in das Scheidungsverfahren eingeschleust wurde, verhindert in der Praxis nicht, daß die zumeist männlichen Unterhaltspflichtigen bequem ausgebeutet werden können. Da ist irgendetwas ziemlich schief gelaufen. Und Karin Jäckel macht darauf aufmerksam, daß hier sozialer Zündstoff entsteht, der uns alle angeht - nicht nur ein paar zornige Mütter, verletzte Secondhand-Väter und verzweifelte Kinder.
Eva Herold-Münzer
Focus Heft 19/1997, S. 238 (Ausgabe vom 5. Mai 1997)
Abgezockte Väter
Männer nach der Scheidung - das Gesetz macht
sie zu wehrlosen Opfern ihrer Frauen
Scheiden tut weh, vor allem den Kindern. Frauen aber verklären die juristische Trennung oft zum großen Befreiungsschlag. Sie haben den Mann besiegt, den Feind schlechthin. Tatsächlich aber bleiben auf dem Kriegsschauplatz nicht selten Männer als einzige Opfer zurück. Mit Vätern nach der Trennung beschäftigt sich die Publizistin Karin Jäckel in ihrem neuesten Buch "Der gebrauchte Mann". Es ist ein tendenziöser Text. Sein Held: der verlassene Mann.
Beinharte Megabiester. Ungerührt stellt Jäckel Seite um Seite Frauen vor, die ihre vormaligen Gatten in eiskalter Weise ausgrenzen, ausnehmen und herabwürdigen. Am Ende ist man überzeugt, daß die Welt nicht etwa voller armer kleiner Frauchen ist, sondern umgekehrt von beinharten Megabiestern des gar nicht so "schwachen Geschlechts" dominiert wird.
Endlich jemand, der sagt, was Sache ist, jubeln interessierte Pressure-Groups - etwa der Verein Väter für Kinder. Er publizierte im Internet eine begeisterte Rezension: "Hier ergreift eine Frau ... in bisher nie öffentlich gehörter oder gelesener Form Partei für Väter und Kinder."
Tatsächlich ist es der Autorin gelungen, eine grandiose Sammlung überaus bösartiger Monsterfrauen zu präsentieren. Typisch etwa das gerissene Weibchen, das Jagd auf einen reichen und intelligenten Mann macht. Daß er nur Samenspender und Versorger sein soll, verschweigt sie dem "Geliebten". Ahnungslos heiratet das Opfer schließlich die schwangere Freundin. Dann das Erwachen: Bereits in der Entbindungsstation leitet die junge Mutter die Trennung ein. Mit dem gemeinsamen Baby verschwindet sie - in die nie aufgegebene Junggesellenwohnung. Der Vater kämpft um sein Kind, sie will, daß es nur ihres bleibt. Sie gewinnt. Juristisch hatte er im Sorgerechtsverfahren ohnehin nur eine geringe Chance. Zwei Monate nach der Entscheidung nahm der Vater sich das Leben.
Die Väter in diesem Buch sind nicht die Machoschweine, als die sie gern dargestellt werden. Ihren Part übernehmen hier abgesprungene Mütter: kaltschnäuzige Egozentrikerinnen, die ihre rechtliche Position ungehindert ausspielen.
Wider den Extrem-Feminismus. Jäckel rennt mit ihrem Plädoyer für den Vater gegen die Frauen an, die brutal ausleben, was sie "Selbstverwirklichung" nennen. Dieses moderne Matriarchat, so ihr Fazit, habe nichts mehr mit "Befreiung", sondern nur noch mit Machtrausch zu tun.
Die Botschaft ist so brisant, daß man den Titel oft nicht im Handel findet. Auch im Internet wird man kaum fündig. Da versteckt sich das Buch unter der Bezeichnung: "Der Secondhand-Mann." Will hier irgendjemand, daß es nicht gelesen wird?
Christine Brinck
MUT - Forum für Kultur, Politik und Geschichte, Juli 1998, S. 62-67
Astrid von Friesen:
Abgezockte Väter
Wir kennen sie alle, die Geschichten von Vätern, die die Vaterschaft leugnen, die nicht zahlen, die sich verdrücken, die auswandern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern. Schreckliche Geschichten - für die Kinder verstörend, demütigend, ihre Entwicklung behindernd Aber Mütter sind auch nur Menschen, nicht per se die besseren Menschen, noch nicht mal die besseren Elternteile. Warum wären sonst so viele Kinder neurotisch, lerngestört und unglücklich, obwohl sie bei ihren Müttern aufwachsen? Zu diesem Thema hat eine emanzipierte Frau ein Buch für emanzipierte Frauen geschrieben, die so stark sind, daß sie es nicht nötig haben "Männer als unfähige Väter und Faulenzer der Nation und die Ehe als Versorgungsinstitution zu diffamieren ... die nicht ihren eigenen Frust auf dem Rücken ihrer Kinder austragen beziehungsweise ihre Kinder als Waffe in einer zum Kriegsschauplatz pervertierten Trennungssituation mißbrauchen".
Zum Kanon der seelischen Grausamkeiten langt ja bereits die kleine Frage: "Wen magst Du lieber, Mami oder Papi?", um das Kind in die Qualen eines Loyalitätskonfliktes zu stürzen. Denn es weiß natürlich, welche katastrophalen Folgen - bis hin zum Liebesentzug, zu Schlägen, Demütigungen, Kopfschmerzen beim Fragenden und tiefem Beleidigtsein - eine negative Antwort nach sich ziehen würde. Deswegen geht es Karin Jäckel letztendlich in ihrem bei dtv erschienen Buch "Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt" um den Schutz und das Wohl der Kinder, die beides brauchen: die Mutter und den Vater, wie es das jetzt in Kraft tretende neue Kindschaftsrecht nun endlich festschreibt. Kinder sind bedürftig gerade auch nach männlicher Liebe.
Robert Bly, der berühmte Lyriker und Gesellschaftskritiker aus Amerika, beschreibt die fatalen Folgen von Vaterlosigkeit. In den schwarzen Vierteln der USA wachsen bereits 60 Prozent der Jugendlichen ohne Väter auf, in den weißen Gegenden 35 Prozent, bei uns auch schon 16 Prozent. Tendenz: rapide steigend. Die Wirtschaftsordnung, die Millionen Männer arbeitslos macht und auf die Suche nach Jobs schickt, ihnen damit die Funktion als Ernährer der Familie nimmt, ist dabei, das Patriarchat aufzulösen. Fabelhaft, sagen viele Frauen, die unter den negativen Folgen gelitten haben! Doch dieselbe Macht zerstört auch allmählich die Mutterrolle, denn die Kinder entgleiten ihnen, sind buchstäblich nicht mehr ansprechbar, wenn sie in die Scheinwelten der Medien, Computer, des Konsums versinken.
Haben Jungen keine Väter, noch nicht einmal Mentoren oder "stolze innere Gefährten" wie Bly ("Die kindliche Gesellschaft. Über die Weigerung, erwachsen zu werden", Kindler 1997) poetisch stützende und leitende Vorbilder nennt, werden sich diese Jungen nie ihrer positiven Männlichkeit bewußt und mutieren zu frühreifen Dauerjugendlichen, die sich nach "dem Vorbild des Computers formen, indem sie oftmals im Inneren maschinenartige Züge annehmen". Und die Mädchen ohne Väter? Die werden ein Leben lang süchtig nach den männlichen Blicken gieren, welche jedoch die liebevolle Zuwendung eines frühen Vaters nie ersetzen können. Sie bleiben stecken in einer Prinzessinnenhaltung, verlangen nach immerwährender Versorgung und werden trotzig und bockig, wenn der spätere Mann sich als Individuum entpuppt. Das Bild von soziopathisch gestörten Menschen nimmt in unserer Gesellschaft zu: Das sind hysterische und unreife Persönlichkeiten, voller Minderwertigkeitsprobleme, aber extrem herrschsüchtig und anspruchsvoll, nicht zu erreichen durch Vernunftargumente. Eine andere Variante: Diese Frauen verharren im Haß auf alles Männliche und merken gar nicht, wie sehr sie selbst damit dem männlichen Prinzip huldigen und ihre Unreife demonstrieren. Denn unsere Weit ist nur im Lot aufgrund der Polarität von Weiblichkeit und Männlichkeit, von Ying und Yang. Wird die eine Seite negiert und verachtet, gerät die Balance aus dem Gleichgewicht. In erster Linie bei sensiblen Kindern! Mit beiden Haltungen bieten diese Frauen ausgesprochen Vorbilder - sowohl für ihre Söhne als auch für ihre Töchter und eröffnen und provozieren damit eine neue Runde in der Spirale von Frust und Haß innerhalb der familiären Strukturen.
Kinder sind unendlich tolerant und liebesfähig! Selbst mißbrauchte und geschiedene Kinder lieben ihre Eltern; egal, wie bösartig, verletzend und die kindliche Seele zerstörend der eine EIternteil ist oder über den anderen Elternteil spricht, aus eigenem Frust, aus eigenem Versagen, um die eigene Macht zu festigen.
Bislang gab es in erster Linie Literatur über gebeutelte Frauen: Der böse, faule, familien- und kinderuninteressierte, die Alimente nicht zahlende Mann sei schuld am Niedergang der Familien. Karin Jäckel hat nun, anhand von Interviews mit Erwachsenen und Kindern, aufgrund von Rechtsprechungen sowie der Geschichte der Scheidungsgesetzgebung die Kehrseite dokumentiert: daß zum Beispiel mehr Kinder durch Gerichtsbeschluß ihre Väter verlieren als in Kriegszeiten durch den Tod".
Der Status der alleinerziehenden Mutter ist zwar mittlerweile "zum Markenzeichen der erfolgreichen, selbstbewußten, aller Welt ihre Autonomie beweisenden Frau geworden", doch nie wird dabei erwähnt, daß dies nicht selten auf dem Abschöpfen der Männer basiert und diese Mütter keineswegs nur altruistisch und aufopfernd sich ausreichend um ihre Kinder sorgen.
Von Männern, die in absoluter Ohnmacht zusehen müssen, wie ihre Frauen rechtswidrig ihnen die Kinder entziehen, indem sie an unbekannte oder ferne Orte ziehen; von Männern, die ihr Leben lang zahlen müssen mit dem quälenden Gefühl, den geliebten Kindern bei den Wochenendbesuchen nicht gerecht werden zu können, die, trotz normalem Verdienst, knapp über der Armutsgrenze leben und niemals eine neue Familie gründen .können. Die Rechtsprechung verlangt sogar, daß sie ihre Frauen finanzieren, wenn diese sich von einem anderen Mann aushalten lassen oder wieder arbeiten - meist illegal -, weil sie ja gerade das Geld des Mannes dazu bekommen, um bei den kleinen Kindern bleiben zu können.
Lieben die Väter ihre Kinder, sind ihnen völlig die Hände gebunden, denn jede Besuchsregelung können die Frauen sabotieren mit Ausreden wie: Das Kind sei krank, an just diesem Wochenende führen sie zu den Großeltern, das Kind hätte keine Lust usw. Da fahren Väter am Freitagnachmittag von einem Stau zum nächsten sieben Stunden lang über die Autobahn, um hören zu müssen, daß sie - trotz Regelung - ihre Kinder nicht sehen dürfen. Was könnten sie tun, außer mit einem Staatsanwalt ihr Besuchsrecht erzwingen? Indiskutabel für Väter und Kinder, die sich lieben! Tausendfach spielen sich an allen Wochenenden Dramen ab, wie Brecht sie im ,Kaukasischen Kreidekreis' beschrieben hat. Denn der liebende und klügere Elternteil wird seine Kinder loslassen müssen, um den Konflikt nicht ihnen aufzubürden. Gerade auch, wenn die Mutter ihrem siebenjährigen Sohn gesagt hat: "Wenn du den Papi in Dresden besuchen fährst, darfst du nie wieder nach Hause kommen!"
Was soll ein Vater tun, wenn der neue Mann der Mutter sein Kind schlecht behandelt, vielleicht sogar schlägt? Wenn sie alle halbe Jahre einen neuen Liebhaber ins Haus schleppt? "Ich finde", sagt die zwölfjährige Lisa, "es müßte ein Gesetz geben, daß eine Mutter keinen neuen Mann heiraten oder bei sich wohnen lassen darf, wenn ihr Kind ihn nicht leiden kann. Aber ein Kind muß sich alles bieten lassen." Was, wenn die Frau die Kinder vernachlässigt? Dem Vater wird damit eine seiner wichtigsten Aufgaben verwehrt: sein Kind zu schützen. Selbst ältere Kinder werden per Gerichtsvollzieher und unter Gewaltanwendung zu ihren Müttern zurückgeführt. Ein Vater: "Angst habe ich, daß meine Tochter irgendwann einfach so bei mir auftaucht, weil sie sich eine Fahrkarte gekauft hat und losgefahren ist zu mir. Wenn das passiert, bin ich das gesamte Sorgerecht los ... Also muß ich ihr sagen: Reiß nicht von zu Hause aus. Sonst dürfen wir uns nicht mehr sehen."
Deutschland hat die von allen Mitgliedsländern einstimmig verabschiedete UN-Konvention über die Rechte des Kindes immer noch nicht ratifiziert, in der es in Artikel 9 heißt: Pflege von Beziehungen und Kontakten zwischen Kindern und Eltern sind ausdrücklich Rechtsansprüche jedes Kindes." Was aber soll ein Kind tun, wenn eine Mutter den Vater verhöhnt, schlechtmacht, ihn verspottet, aber das Kind bei ihr wohnen bleiben muß? Es wird sich innerlich vom Vater zurückziehen, um dieser Zerreißprobe aus dem Weg zu gehen, es wird so leiden, vielleicht sogar verstummen zu diesem Thema, aber die Sehnsucht wird bleiben. Sehr deutlich daran abzulesen, daß viele Scheidungskinder, wenn sie sich endlich von der Mutter emanzipiert haben, Kontakt zum Vater suchen - oftmals gegen die erpresserischen Selbstmorddrohungen von Frauen!
Tausendfache Dramen an allen Wochenenden
Scheidungen haben noch andere gesellschaftliche Konsequenzen: Sie kosten den Steuerzahler 20 Milliarden Mark im Jahr. "Wir werden ein Volk von sich selbst amputierenden Ehekrüppeln", so ein Scheidungsanwalt. Viele mittelständische Betriebe gehen wegen Ehescheidungen kaputt, einschließlich vieler Arbeitsplätze. Doch die Scheidung ist ja meist nur das vorläufige Ende eines jahrelangen Desasters für die gesamte Familie. Moderationen bei Scheidungen sind modern geworden. Doch da fragt man sich, warum diese Hilfe von außen erst, wenn alles zu spät ist, angenommen wird? Warum gehen in einer Krise so wenige Paare zum Paartherapeuten - und zwar so früh wie möglich? Ist es der Größenwahn, alles alleine schaffen zu wollen? Seltsam, denn für jede andere Gelegenheit des Lebens werden Spezialisten gebraucht: Wenn nur der Wasserhahn tropft, wird der Klempner gerufen, wenn der Zahn schmerzt, geht man zum Zahnarzt, wir alle brauchen Steuerberater und Friseure, Automechaniker und Schuster. Alles Spezialisten! Kein Auto würde ratternd, fauchend, spuckend weiter als bis zur nächsten Werkstatt gefahren. Doch die eigene Seele und besonders die Seelen der Kinder können noch so laut schreien, klagen, selbst die Körper können krank werden am Familienkonflikt, aber Therapeuten werden mit Argwohn und Verachtung als nicht nötig gemieden. - Hinzu kommt, daß gerade Kinder oftmals durch ihre Krankheiten (Asthma, Allergien, Hautkrankheiten, Schulschwierigkeiten usw.) deutlich zeigen, daß es zu Hause unerträglich geworden ist, sie es nicht mehr ertragen können, ihr Körper das ausdrückt, wenn ihre Seelennot nicht gehört wird.
Auch sollten sich Frauen fragen, warum sie sich just solche Männer als Väter ausgesucht haben, denen sie jegliche positive Fähigkeiten absprechen? Warum hassen sie den, den sie einmal geliebt und bewundert haben? Immerhin waren sie selbst Erwachsene, wurden keineswegs gezwungen, diese Liebesbeziehung einzugehen. Deutlich wird dies durch Untersuchungen des Sample-Instituts. Danach hätten nur rund 50 Prozent der Frauen ein geringes und 39 Prozent absolut kein Interesse an den Vaterqualitäten eines Mannes. Wichtiger ist es 39 Prozent, daß sie sexy, 25 Prozent, daß sie gutaussehend, und 12 Prozent, daß die Männer reich sind! Und 89 Prozent legen keinen Wert auf die väterliche Einmischung in Erziehungsfrauen. "Wir klagen alle darüber, daß Menschen instrumentalisiert werden. Hier gibt es deutliche Beweise dafür, daß Männer benutzt werden als Erzeuger und Geldgeber", so die Autorin Karin Jäckel. "In radikalen feministischen Kreisen gelten Männer als Lebensrisiko, werden Samenbanken bevorzugt und Männer lediglich zum Vertreiben von Migräne durch Sex akzeptiert!"
Karin Jäckel bricht noch ein Tabu. Wir wissen alle um die Hintergründe bei problematischen, drogenabhängigen, kriminellen Kindern und Jugendlichen. Als Stereotyp taucht immer wieder zur Erklärung auf: Sie kommen aus gescheiterten Ehen. Arme Kinder, die ohne warme, fördernde, schätzende Väterlichkeit aufwachsen mußten. Karin Jäckel wirft einen anderen Blick auf diese Statistiken und konstatiert: Die Alleinerziehung durch Frauen führte in eben diesen Fällen ins Desaster.
Die Reaktionen auf das Buch machen deutlich, daß viele Frauen nicht bereit sind, ihre eigene Rolle zu reflektieren. Die Autorin wurde nicht nur massiv angegriffen mit dem Argument, dieses Buch sei ein "Verrat an Frauen", sondern sie bekam Drohungen, verprügelt und ermordet zu werden: Im Namen von Frauen, die alles Böse den Männern weiterhin in die Schuhe schieben wollen. Auch wird das Buch im Buchhandel massiv boykottiert. Recherchen haben ergeben, daß es in vielen Geschäften trotz des großen Medienechos nicht ausliegt und sogar - auf Nachfragen - als vergriffen deklariert wird. Auch werden Männer, die es kaufen, mit abfälligen und verletzenden Bemerkungen attackiert.
Doch die schlimmste Waffe der Frauen, und diese ist immer eine Waffe von Hinterhältigkeit und mangelnder Offenheit gewesen, ist der Rufmord. In jedem dritten Scheidungsverfahren wird mittlerweile die Behauptung eines sexuellen Mißbrauchs der Kinder durch den Mann von seiner Ex-Frau erhoben, der sich jedoch nur höchst selten bestätigt. Solch ein Rufmord ist lebenszerstörend und niemals wieder völlig aus der Welt zu schaffen. Auch scheinen sich die Frauen nicht zu fragen, wo sie eigentlich waren, als die Tat angeblich geschah. Warum sind sie nicht laut schreiend damals aus dem Haus gelaufen und haben den Mann vor Gericht gezerrt? Waren vielleicht die Nachbarn, die Eigentumswohhnung, der Kontostand wichtiger als das Kind? Eine Mutter ist immer auch "Mittäterin", wenn die Tat in ihrem Haus geschah! Egal, ob sie unbewußt oder sogar bewußt wegschaute und die Tat zuließ, im Sinne von: nicht verhindert.
Ein tendenziöses, aber wichtiges Buch
Karin Jäckel sagt zu Recht: Frauen, die das Mittel des Rufmordes nutzen, um ihre eigenen egoistischen Interessen durchzusetzen, dürften keine Kinder erziehen, denn sie haben sich als fähig erwiesen, nicht nur einen anderen Menschen und den Vater ihrer Kinder, sondern auch die Seelen ihrer Kinder schwerstens zu schädigen. Ein Vater sagt: "Ich kann nichts gegen meine Frau unternehmen. Egal, was ich tue, es trifft immer meine Tochter. Wo soll meine Tochter hin, wenn meine Ex-Frau ins Gefängnis kommt wegen Rufmord? Zu mir, von dem sie doch nur eingeredet bekommen hat, daß ich ihr etwas zuleide getan habe, würde sie doch gar nicht wollen ... Es wäre am besten, wenn ich mich umbringe. Da ist dieses Nicht-fassen-Können, diese absolute Ohnmacht, mit der ich den Lügen ausgeliefert bin ..."
Ein tendenziöses Buch, wie die Autorin selbst sagt. Aber auch "Frauenbücher" seien tendenziös, nur halt andersherum. Und das Argument des "Verrates, aber natürlich auch die massiven Androhungen gegen die Autorin machen deutlich, daß eine Diskussion - gerade in Frauenkreisen - über die vieIfältigen, oftmals indirekten Formen von eigenen, von weiblichen Aggressionen und die Instrumentalisierung von Menschen und Kindern nötig ist. Es ist ein wichtiges Buch, weil es in erster Linie um die Würde und den Schutz von Kindern geht; darum, das Kind nicht als Ware, Machtmittel, Rammbock, Eigentum, Racheobjekt, Wanderpokal und zur eigenen Auffüllung ungestillter Sehnsüchte und infantiler Machtansprüche zu mißbrauchen. Auch das ist ein Mißbrauch, ein schwerer und lang anhaltender sogar!
Astrid von Friesen, Jahrgang 1953, studierte Pädagogik, Psychologie und Soziologie sowie Germanistik. Sie arbeitet in Dresden und Freiburg als Therapeutin für Jugendliche, Erwachsene und Paare. Zu ihren pädagogischen Erfolgsbüchern zählt u. a. "Liebe spielt eine Rolle. Was Kinder und was Eltern brauchen(Rowohlt-Verlag, 14,90 DM).
(Anm. paPPa.com: Diese Rezension erschien in einer gekürzten Fassung in der Süddeutsche Zeitung vom 10. Januar 1998 "Abgezockte Väter - Ihr Schicksal nach der Trennung")
THOMAS, 37 Jahre, und SANDRA, 38 Jahre
Thomas: "An meine Tochter Melanie
Wenn Du diese Zeilen liest, werde ich schon lange tot sein, denn ich habe beschlossen, daß der heutige Tag mein Todestag ist. Deine Mutter wird Dir erklären, warum dies so ist. Glaube mir, viel lieber hätte ich mit Dir gelebt."
(Thomas starb bei einem Autounfall. Er raste in Süditalien gegen den Betonpfeiler einer Autobahnbrücke. Er war sofort tot. Seinen Abschiedsbrief an seine Tochter fand man in seinem Banksafe. Dort befand sich auch ein Testament, aus dem hervorging, daß Thomas seinen gesamten Besitz einer karitativen Einrichtung vermacht hatte. Aus dem Datum ging hervor, daß Thomas dieses Testament an dem Tag verfaßt hatte, an dem Sandra ein gemeinsames Sorgerecht endgültig verweigert hatte. Zwischen der notariellen Beglaubigung des Testaments und Thomas' Tod lagen elf Tage.)
Sandra: "Das Kind ist aus meinem Bauch
Ich war damals Mitte Dreißig. Alles, was mir beruflich vorgeschwebt war, hatte ich erreicht. Ich besaß eine schöne Wohnung, ein Auto, um das mich die Männer beneideten, etwas Geld auf der Bank. Aber irgendwie fühlte ich mich ziemlich leer. War's das schon? dachte ich. Immer derselbe Trott, derselbe Streß. Ich fand, es wurde Zeit, an die Zukunft zu denken. Also begann ich, mich nach einem geeigneten Mann umzusehen. Ich hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie er beschaffen sein müßte. Schließlich lernte ich ihn kennen. Er hieß Thomas, war Zahnarzt mit eigener Praxis und hatte Geld genug für Frau und Kind.
Ich sorgte dafür, daß er auf mich aufmerksam wurde. Es fiel mir nicht schwer, mich zu verlieben. Ich machte mir sogar ziemlich viel aus ihm. Er machte sich bald auch ziemlich viel aus mir. Er lud mich ein, zu ihm zu ziehen. Seine Wohnung war nichts Besonderes, aber gemütlich. Ich zog gerne ein. Allerdings behielt ich heimlich meine eigene Wohnung und arbeitete weiterhin.
Es dauerte fast ein Vierteljahr, ehe ich schwanger wurde. Ich hatte jahrelang die Pille genommen und eigentlich damit gerechnet, sofort schwanger zu werden, sobald ich sie absetzte. Es war eine Überraschung, daß es so lange nicht klappte. Aber da meine Frauenärztin mir versichert hatte, daß alles mit mir in Ordnung sei, machte mir das Warten nichts aus. Es gefiel mir sogar. Es steigerte die Vorfreude. Thomas erzählte ich nichts. Ich fand, es ging ihn auch nichts an.
Als ich es endlich geschafft hatte, schwanger zu sein, teilte ich es Thomas mit. Er fiel aus allen Wolken, wollte mich aber sofort heiraten. Also taten wir es. Meine Tochter Melanie kam ein halbes Jahr später auf die Welt. Thomas störte jetzt wahnsinnig. Ich hatte mich mit diesem Mann eingelassen, weil ich ein Kind von ihm haben und anschließend finanziell auf der sicheren Seite stehen wollte. Die Romanze zwischen uns war zu Ende. Das war mir eigentlich schon vor Melanies Geburt klar. Im Grunde hatte ich nur noch abgewartet, ob mit dem Kind alles in Ordnung war. Ein behindertes Kind hätte ich keinesfalls bei mir behalten.
Thomas rechnete damit, daß ich eine Woche nach der Entbindung nach Hause kommen würde. Er tat mir leid, weil er sich so dafür begeistern konnte, wie wir in seiner Wohnung hausen und glücklich wie die Turteltauben sein würden. Aber mein Entschluß war gefaßt. Ich verließ das Krankenhaus schon am vierten Tag, ohne Thomas zu benachrichtigen. Meine Zugehfrau hatte in der Zwischenzeit meine eigene Wohnung in Ordnung gehalten. Als ich mit meinem Kind zur Tür hineintrat, kam es mir vor, als wäre ich nie fort gewesen.
Thomas tat mir durchaus leid. Ich bin schließlich kein Hackklotz. Vor allem, als er sich dann das Leben nahm. Aber ich habe kein schlechtes Gewissen.
Melanie ist mein Kind. Ich bin ihre Mutter. Dieses Kind ist in meinem Bauch gewachsen. Und ich habe es unter Schmerzen zur Welt gebracht. Thomas war mehr oder weniger ein Zufallsmann. Er hatte ein Zehn-Sekunden-Glück bei der Sache. Mehr nicht. Pech für ihn war, daß Männer heute in puncto Liebe per Gesetz zur Kasse gebeten werden, ihre Kinder aber nicht bekommen. Worüber ich mich durchaus nicht beklage. Es ist ja voll und ganz in meinem Sinn. Ich will damit sagen, daß ich mich nicht zu schämen brauche. Ich habe von dem Erzeuger meines Kindes verlangt, was mir gesetzlich und rechtmäßig zusteht. Ich schrieb ihm, daß ich ihn freigebe und die Scheidung wolle. Ich schrieb ihm, daß er uns auch freigeben solle. Aber dummerweise hatte Thomas andere Vorstellungen als ich. Jetzt auf einmal kam dieser Mann daher und behauptete, mein Kind sei sein Kind. Forderte Mitspracherecht bei der Erziehung, forderte mein Kind für sich. Ich habe nie eingesehen, mit welchem Recht. Etwa mit dem Recht des Chromosomensatzes, den er anteilig an meinem Kind geliefert hat? Ja, erwirbt sich denn ein Kaufmann ein Recht, meinen Kuchen zu essen, nur weil er der Lieferant der Zutaten war?
Ich hatte Thomas geheiratet, weil ich ein Kind wollte und dieses Kind einen Vater haben sollte, für den es sich nicht schämen müßte. Ich hatte einen Mann als Erzeuger für dieses Kind ausgesucht, der Geld genug hatte, um die Erziehung zu sichern und zu garantieren, daß ich als Mutter Zeit genug für mein Kind haben würde. Aber ich hatte ihn nicht geheiratet, um für immer und ewig mit ihm Händchen zu halten. Ich versuchte, Thomas alles zu erklären. Ich habe ihm mindestens drei, vier Briefe deswegen geschrieben. trotzdem wurde das erste Jahr nach unserer Trennung ziemlich hart für mich. Thomas versuchte mit allen Tricks, zumindest das Kind zurückzuholen. Aber ich hatte eine Spitzenanwältin genommen. Sie machte ihre Sache wirklich gut. Nach dem obligatorischen Trennungsjahr wurden Thomas und ich endlich geschieden. Melanie wurde mir zugesprochen. Daß Thomas sich zwei Monate später das Leben nehmen würde, war nicht eingeplant und von mir auch nie beabsichtigt. Es tut mir natürlich leid.
Wirklich schlimm ist, daß Thomas kaum Geld hinterlassen hat, so daß Melanie und ich ziemlich dumm dran sind. Seine Eltern haben zwar versprochen, daß sie einen Teil der Kosten für Melanie übernehmen, aber das ist ja nichts Reelles. Das beunruhigt mich schon. Da weiß ich auch noch nicht, wie ich damit umgehe. Es sei denn, ich heirate noch mal. Ob ich mich schlecht dabei fühlen werde? Nein, eigentlich nicht. Eher so wie nach einem gelungenen Coup.
SPIEGEL special 7/97 "Der deutsche Mann - Macho oder Memme?" - Tips zum Weiterlesen
Darbende Väter
"Während die Mehrheit der bisherigen Publikationen sich tendenziös mit der Lage der Frau befaßt, stelle ich tendenziös Männer und Väter in den Mittelpunkt, die eine erste Ehe hinter sich gelassen haben und versuchen, auf den Ruinen ihres bisherigen Lebens eine neue Lebensbeziehung aufzubauen", schreibt Karin Jäckel im Vorwort ihres Buches. Die Autorin macht kein Hehl daraus, daß sie sich bewußt einseitig dem Leid von Männern widmet, die von ihren Frauen verlassen, finanziell geschröpft und als weitgehend entrechtete Väter ausgebootet werden.
Die engagierte Kritik Jäckels an einem Scheidungsrecht, welches die Frauen bevorteilt, und die anklagenden Protokolle darbender Väter mögen Leserinnen zum Widerspruch reizen. Sie lenken dennoch den Blick auf ein Stück Wirklichkeit, das angesichts sich langsam wandelnder Geschlechterrollen immer fragwürdiger wird: das Machtmonopol geschiedener Mütter.
Siehe auch Karin Jäckel, Furcht vor dem Leben - Wenn Jugendliche den Tod als einzigen Ausweg sehen - Leseprobe "Lieber Papi!"